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Die
Geschichte der Villa Palagione
und des Hausberges Monte Voltraio Villa Palagione und ihr Hausberg Monte Voltraio befinden sich ca. 7 Kilometer östlich vor den Toren der Stadt Volterra. Schon von weitem sichtbar ragt der Berg Monte Voltraio (455 m) aus der malerischen Naturlandschaft hervor. An seiner südöstlichen Flanke liegt in exponierter Lage der Gebäudekomplex Villa Palagione (337 m). |
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Je
nach Blickrichtung verändert der eigenartig geformte Berg seine Gestalt:
von Süden schauend, ehebt er sich wie eine große Pyramide aus dem Tal,
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wogegen er aus westlicher Richtung in der Abenddämmerung zu einem riesigen schlafenden Elefanten wird, in dessen Rüssel Villa Palagione ruht. |
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Archäologische
Funde und Dokumente
zum Monte Voltraio belegen die imposante Grösse einer Höhenburg und
eines bedeutsamen Ortes im Mittelalter, der "Kastell Monte Voltraio"
genannt wurde.
Heute kann man noch, unter dem Gestrüpp und dem Staub der Zeit versteckt,
um
den ganzen Berg verstreut,
Scherben, Mauern, Dachziegeln, behauenen Steinen, Säulenstümpfen und Kapitellen
entdecken. Diese bauhistorischen Überreste lassen die Grösse
dieses Ortes erahnen, der einmal über 3000 Einwohner zählte. Und schon die Etrusker vor über 2500 Jahren errichteten ihre Kultstätten an besonders auffallenden geographischen Orten und fühlten sich offenbar von diesem mystischen Berg angezogen wie archäologische Funde beweisen. Zum Frühmittelalter und besonders zur langobardische Zeit des 7./8. Jh. gab es bisher keine eindeutigen Funde. Da aber die Burg auf dem Monte Voltraio schon im 10. Jh. bestanden haben muss und sich innerhalb der Burgmauer eine Michaelskirche befand, lässt sich eine langobardische Vergangenheit nicht ausschliessen. |
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Zum ersten Mal konkret erfassbar wird die Geschichte des Monte Voltraio mit einer Urkunde aus dem Jahre 967 n. Chr., in der die Anwesenheit des deutschen Kaisers "Otto der Grosse" dokumentiert wird. In Begleitung eines stattlichen Gefolges von Rittern, weltlichen und religiösen Würdenträgern fand während seines Aufenthaltes in der Burganlage des volterranischen Bischofs auf dem Monte Voltraio eine kaiserliche Gerichtsverhandlung (Placitum) statt. Das Dokument vom Monte Voltraio ist besonders bedeutend, da mit den Unterschriften der Anwesenden Angaben über deren Amtsfunktionen erkennbar sind und zum ersten Mal die "Grafschaft Volterra" und ihr Graf Rudolfo genannt werden. Diese volterranische Grafschaft wurde durch Otto I. als direkte institutionelle Vertretung der kaiserlichen Macht vor Ort gegründet, um wirtschaftpolitische Interessen, sowie die territoriale und juristische Ordnung zu sichern. |
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Die Grafschaft Volterra - eine der größten in Italien- erstreckte sich im Süden bis nach Grossetto und im Osten bis nach Siena und war geografisch identisch mit dem volterranischen Bistum. Vor allem schliesst es die sog. "Colline metallifere" (Erzhügel) ein, die reich an Rohstoffvorkommen wie Salz, Silber, Eisen, Kupfer waren (auch damals schon ein dominierender wirtschaftspolitischer Faktor und Anlaß vieler militärischer Auseinandersetzungen). Zur Sicherung und Verwaltung dieser Reichsgüter wurden die Burgen und Herrschaftsstrukturen mit getreuen Landsleuten des Kaisers besetzt. Als Verwalter (Graf) des volterranischen Gebiets ernannte Otto I. seinen Gefolgsmann Rudolf, den er mit großen Privilegien ausstattet. Dieser stammt aus der Familie "Gherardesca", die bis Mitte des 11. Jahrhunderts die Grafen in Volterra stellten. |
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Das
"Kastell Monte Voltraio" war während seiner Blütezeit im 12./13. Jh. mit
seiner uneinnehmbaren Burg und seinem dicht bevölkertem Ort eine unabhängige
ländliche Stadtrepublik (Kommune), zu der zahlreiche umliegende Dörfer
und Kastelle gehörten. Die aufstrebende Gemeinde geriet in die wirtschaftliche
und politische Interessensphäre der rivalisierenden Nachbarstadt Volterra.
Mit den Zerstörungen des Ortes durch das volterranische Heer in den Jahren1252
/1262 begann der Untergang. In den darauf folgenden zwei Jahrhunderten
wurde "Kastell Monte Voltraio" zum begehrten Streitobjekt und Austragungsort
zahlreicher militärischer Kämpfe zwischen Volterra, San Gimgnano,
Siena und Florenz und wurde dadurch endgültig dem Erdboden gleichgemacht.
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